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Tag des Schwäbischen Waldes – Vereinsfest in Althütte
Am 19. und 20. September 2009 fand erstmals auf dem Rathausplatz in Althütte das große Sommerfest von Khadigram e.V. statt – mit vielen Aktionen und Informationen, Kinderparcours, Theater und Musik. Näheres zu dem äußerst gelungenen Fest: Festbericht mit Bildern als PDF.
Das "Fest im indischen Dorf" ist als Vereinsfest mittlerweile zu einem Besuchermagnet geworden und findet jährlich am ersten Wochenende nach den Sommerferien an drei aufeinanderfolgenden Tagen statt.
Infostände
Auf dem Deutschen evangelischen Kirchentag in Köln und Bremen und weitere Infostandaktivitäten zum Beispiel beim jährlichen Festival der Kulturen auf dem Stuttgarter Rathausplatz, beim Internationalen Fest in Bad Cannstatt und in Aalen: Gestaltung und aktive Teilnahme am indischen Dorf – Erfahrbarmachung von Unberührbarkeit.
Weltweit wichteln
Seit mehreren Jahren gibt es einen Kulturaustausch mit der Backnanger Schillerschule durch das Programm "Weltweit wichteln". Die Schüler und Schülerinnen der Religionsklassen von Frau Heeß und ihren Kolleginnen und Kollegen gestalten Handpuppen für die Mädchen in Khadigram, umgekehrt finden indisch gestaltete Handpuppen den Weg nach Deutschland.
Auch der Backnanger Kindergarten der Markusgemeinde beteiligte sich bereits mit einem Austauschprogramm. In Khadigram und im Markuskindergarten bastelten die Kinder sich gegenseitig Papierlampions.
Zeitungsbericht zum Wichteln lesen
Zur Bildergalerie Kulturaustausch
"Kinder für Kinder"
Im Rahmen der Themenwoche der ARD "Kinder sind Zukunft" und in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum Weissacher Tal.
Preis der Kinderhilfsorganisation des SWR Herzenssache an den Verein Mädchenschule Khadigram
Zeitungsbericht in der Backnanger Zeitung lesen
Das Theater am Faden spielt für Kinder in Khadigram
Anlässlich eines Kulturfestivals im Februar dieses Jahres im indischen Mumbai reiste das Theater am Faden aus Stuttgart mit Helga Brehme und Karl Rettenbacher nach Indien, um dort ihren Marionetten Leben einzuhauchen. Hier wie dort sind die Puppen ein Publikumsmagnet.
Von der Millionenmetropole Mumbai führte sie ihre Reise mit der Bahn mehrere tausend Kilometer quer durch den Subkontinent Richtung Osten, wo sie mit ihrem Puppentheater den kleinen Ort Khadigram besuchten. Vor einigen Jahren hatte Marianne Frank-Mast aus Althütte dort die Mädchenschule Khadigram gegründet.
An dieser Schule werden mit Erfolg Mädchen aus Familien von Unberührbaren und Stammesangehörigen alphabetisiert. Diese Kinder hätten sonst aufgrund ihres Geschlechts, ihrer gesellschaftlichen Zugehörigkeit und der wirtschaftlichen Verhältnisse der Familien niemals eine Chance, zur Schule zu gehen.
Traditionell werden Mädchen in Indien von Bildung fern gehalten. In der Region um Khadigram ist es auch durchaus üblich, Mädchen im Alter von acht, spätestens zwölf Jahren in eine unfreiwillige, arrangierte Mitgiftehe zu verheiraten, obwohl dies gesetzlich verboten ist. Um diesen Mädchen ihr Schicksal zumindest zu erleichtern, leben sie die befristete Zeit von drei Jahren in einem angegliederten Internat, wo sie frei von schwerer körperlicher Arbeit die Möglichkeit haben, zu lernen und zum ersten Mal in ihrem Leben auch zu spielen.
Zusätzlich zu dem für die Familien kostenfreien Unterricht werden auch die Grundbedürfnisse dieser Mädchen gedeckt. Das heißt, sie erhalten Unterkunft, Nahrung, Kleidung und medizinische Basisversorgung.
Die Familien mussten sich verpflichten, die Kinder nicht vorzeitig aus der Schule zu entfernen, sei es um sie zu verheiraten oder um sie zu oft schwersten körperlichen Arbeiten im Dschungel, auf dem Feld und im Haus heranzuziehen.
Derzeit werden zwei Klassen mit jeweils 30 Mädchen in Khadigram unterrichtet, um ihnen ein selbstbestimmtes und unabhängigeres Leben ermöglichen zu können. Grundbildung ist der Schlüssel hierzu und zu zahlreichen weiteren Schritten, wie zum Beispiel auch Geburtenkontrolle. Bildung ermöglicht die aktive Teilnahme an Demokratisierungsprozessen wie z.B. Wahlen oder im Umweltschutz und damit dem Schutz der eigenen Umgebung. Eine schulisch gebildete Mutter kann ihren Kindern neue Wege ebnen, sich gegen unsinnige Traditionen und Kastennormen wenden. Sie ist in der Lage, Situationen leichter zu erfassen und Schlüsse zu ziehen. Wer über Bildung verfügt, ist nicht mehr so leicht verführbar durch jedwede Gruppierung oder auch durch die Politik.
Mit ihren Marionetten wollten Helga Brehme und Karl Rettenbacher einen ganz besonderen Glanzpunkt im Leben dieser Kinder herbeizaubern – und das ist ihnen auch vollkommen gelungen. Nicht nur die 60 Schülerinnen der Mädchenschule Khadigram folgten fasziniert und verzaubert der Vorstellung des "Sternäugigen Schäfers", darüber hinaus waren aus den umliegenden Dörfern noch mehr als tausend weitere Zuschauer zu Fuß den weiten Weg gekommen, um dieses Schauspiel erleben zu können.
Helga Brehme erzählte zunächst über das Theater und die Puppen und erklärte, warum diese Puppen die Landessprache Hindi nicht beherrschen: "Sie haben eben Holzköpfe!" Frank-Mast übersetzte den Inhalt des Stückes in Hindi. Mit unglaublicher Leichtigkeit konnten die beiden Puppenspieler das Publikum in den Bann ziehen. Mit gespannten Gesichtern verfolgte es die Szenerie. Man fieberte mit dem sternäugigen Schäfer mit, als er nacheinander in den Bärenzwinger, zu den wilden Stachelschweinen und in die Schlangengrube geworfen wurde und allgemeine Erleichterung machte sich breit, weil er sich mit Unterstützung des Hofnarren, dessen frechen Einfällen, der kleinen Ente und seinem Flötenspiel aus jeder Gefahr befreien konnte, in die ihn der König und der Hofmarschall gebracht hatten. Das Happy End schließlich fand allgemein großen Anklang. Der Schäfer bekam die Prinzessin zur Frau und alle waren begeistert und erleichtert – erstaunlicherweise ohne die Sprache der Puppen zu verstehen.
Als krönenden Abschluss durften die Zuschauer die Marionetten anfassen und ausprobieren. Die Schülerinnen der Mädchenschule erkundigten sich im Anschluss an die Vorstellung sofort, ob das Theater zukünftig bei jedem Projektbesuch von Frank-Mast dabei sein wird.
Zahncamp
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